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Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen)

Übermäßiges Schwitzen unabhängig von Temperatur oder Anstrengung betrifft ein bis zwei Prozent der Bevölkerung. Der Leidensdruck ist hoch – und mit Botulinumtoxin oft in einer einzigen Sitzung deutlich zu senken.

Wann übermäßiges Schwitzen Krankheitswert hat

Schwitzen ist lebensnotwendig – es reguliert die Körpertemperatur. Von einer Hyperhidrose spricht man erst, wenn die Schweißproduktion das physiologisch nötige Maß deutlich übersteigt und unabhängig von Wärme oder körperlicher Anstrengung auftritt. Betroffene meiden Händeschütteln, wechseln mehrmals täglich die Kleidung oder können bestimmte Berufe kaum ausüben. Der Leidensdruck ist real und medizinisch anerkannt – Hyperhidrose ist keine Frage mangelnder Hygiene.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

Bei der primären fokalen Hyperhidrose schwitzen einzelne Areale – Achseln, Handflächen, Fußsohlen oder Gesicht – ohne erkennbaren Auslöser. Sie beginnt meist in Kindheit oder Jugend, tritt symmetrisch auf und pausiert im Schlaf. Die sekundäre Form ist Folge einer anderen Erkrankung oder von Medikamenten, betrifft häufig den ganzen Körper und tritt auch nachts auf.

Wir behandeln die primäre Form. Steckt eine andere Ursache dahinter, gehört diese zuerst abgeklärt – über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

Behandlung mit Botulinumtoxin

Botulinumtoxin ist das wirksamste Verfahren gegen die fokale Hyperhidrose. Der Wirkstoff blockiert die Nervenimpulse, die die Schweißdrüsen ansteuern. In die Achseln injiziert reduziert er die Schweißproduktion nachweislich um 80 bis 90 Prozent, und das über sechs bis neun Monate – deutlich länger als bei der Faltenbehandlung. Wir setzen ein Raster feiner Injektionen dicht unter die Haut; die Sitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. An Handflächen und Fußsohlen ist die Behandlung ebenso wirksam, aber empfindlicher – wir betäuben dort mit Kälte, Creme oder einer kleinen Nervenblockade.

Ablauf der Botulinumtoxin-Behandlung

Nach Anamnese und Aufklärung setzen wir das Botulinumtoxin in einem gleichmäßigen Raster – bei den Achseln sind das je Seite etwa 10 bis 15 kleine Einstiche mit sehr feiner Nadel. Sie sind sofort wieder gesellschaftsfähig. Die Wirkung setzt nach zwei bis sieben Tagen ein, das Areal bleibt über Monate weitgehend trocken. Eine Nachkontrolle ist im Honorar enthalten.

Wer die Kosten übernimmt

Botulinumtoxin Typ A ist für die schwere primäre Hyperhidrose der Achselhöhlen arzneimittelrechtlich zugelassen, wenn örtliche Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben. Weil damit eine anerkannte medizinische Indikation vorliegt, erstatten private Krankenversicherungen und die Beihilfe die Behandlung in aller Regel. Sie erhalten von uns eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte mit der entsprechenden Diagnose, die Sie bei Ihrem Versicherer einreichen.

Wir empfehlen, vor der ersten Sitzung einen Kostenvoranschlag einzureichen und die Zusage schriftlich einzuholen – der Erstattungsumfang richtet sich nach Ihrem Tarif. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Behandlung dagegen nicht; für gesetzlich Versicherte ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Preise

LeistungPreis
Botulinumtoxin beide Achselnab 690 €
Botulinumtoxin Handflächenab 790 €
Botulinumtoxin Fußsohlenab 790 €

Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die Kosten für das Präparat sind enthalten. Als medizinisch indizierte Heilbehandlung ist die Leistung umsatzsteuerfrei. Private Krankenversicherungen und die Beihilfe erstatten die Behandlung in der Regel; den Umfang klären Sie vorab mit Ihrem Versicherer. Für gesetzlich Versicherte ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Häufige Fragen

Was kostet die Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin?
Beide Achseln ab 690 €, Handflächen oder Fußsohlen ab 790 €.
Übernimmt die private Krankenversicherung die Behandlung?
In der Regel ja. Botulinumtoxin ist für die schwere primäre Hyperhidrose der Achselhöhlen zugelassen, wenn örtliche Mittel nicht ausreichen – damit liegt eine medizinische Indikation vor, die private Versicherungen und die Beihilfe üblicherweise erstatten. Reichen Sie am besten vorab einen Kostenvoranschlag ein; der Erstattungsumfang hängt von Ihrem Tarif ab. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Behandlung nicht.
Wie lange hält Botulinumtoxin gegen Schwitzen?
Sechs bis neun Monate – deutlich länger als bei der Faltenbehandlung. Die meisten Patientinnen und Patienten lassen ein- bis zweimal jährlich behandeln.
Wie stark ist die Wirkung?
Studien zeigen eine Reduktion der Schweißproduktion um 80 bis 90 Prozent im behandelten Areal. Die Wirkung setzt nach zwei bis sieben Tagen ein.
Behandeln Sie auch bei anderen Grunderkrankungen?
Wir behandeln die primäre fokale Hyperhidrose. Steckt hinter dem Schwitzen eine andere Erkrankung (sekundäre Form), gehört diese zuerst über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt abgeklärt und behandelt.
Schwitzt man danach woanders stärker?
Ein relevantes kompensatorisches Schwitzen ist bei der lokalen Injektion – anders als bei operativen Verfahren wie der Sympathektomie – nicht zu erwarten.
Ist die Behandlung an den Händen schmerzhaft?
Die Handflächen sind empfindlicher als die Achseln. Wir betäuben dort mit Kälte, Creme oder einer kleinen Nervenblockade, sodass die Behandlung gut auszuhalten ist.

Quelle: S1-Leitlinie „Definition und Therapie der primären Hyperhidrose“ (AWMF-Registernr. 013-059)